
Mütterpflegerin im Wochenbett: Hilfe, Aufgaben & Kosten-Übernahme
Wusstest du, dass es Leistungen gibt, die dich in Schwangerschaft und Wochenbett ganz praktisch und emotional entlasten können und unter bestimmten Voraussetzungen sogar von der Krankenkasse bezahlt werden? Eine Mütterpflegerin ist genau dafür da: Sie begleitet dich in herausfordernden Phasen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Nicht als Ersatz für deine Hebamme, sondern als kraftvolle Ergänzung.
Was ist eine Mütterpflegerin?
Eine Mütterpflegerin ist eine speziell ausgebildete Begleiterin für die Zeit vor und nach der Geburt - mit Fachwissen zu Schwangerschaft, Wochenbett, Stillen und dem ersten Babyjahr. Sie kommt aus einer Tradition, die in anderen Ländern (z. B. als „Kraamverzorgster“ in den Niederlanden) seit Jahrzehnten selbstverständlich ist. Wichtig zu wissen:
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Keine Hebamme (keine medizinische Wochenbett-Nachsorge)
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Keine reine Haushaltshilfe (nicht nur Putzen/Organisieren)
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Sondern: Wochenbett- und familienorientierte Unterstützung mit Fokus auf die Mama und ein gesundes Ankommen zu Hause.

Wann ist Mütterpflege sinnvoll?
Mütterpflege kann helfen, wenn du (zeitweise) nicht in der Lage bist, Alltag und Haushalt allein zu tragen - körperlich oder seelisch. Das kann sein:
In der Schwangerschaft
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starke Beschwerden wie Hyperemesis Gravidarum, Bettruhe, Erschöpfung
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psychische Belastung, Überforderung
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Risikoschwangerschaft oder fehlende Unterstützung im Umfeld
Im Wochenbett
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nach Kaiserschnitt oder komplikationsreicher Geburt
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bei Zwillingen/Mehrlingen
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mit Geschwisterkindern
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bei Stillproblemen, Erschöpfung, Baby-Überforderung
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wenn du dich einfach nicht „gehalten“ fühlst
Auch später
Manchmal zeigt sich der Bedarf erst Wochen oder Monate nach der Geburt: auch dann kann Mütterpflege eine echte Stütze sein.

Was macht eine Mütterpflegerin konkret?
Je nach Bedarf (und Absprache mit dir) kann sie zum Beispiel:
Alltag & Haushalt entlasten
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einfache, sinnvolle Haushaltsabläufe schaffen
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Wäsche zusammenlegen, Struktur reinbringen
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kleine Erledigungen übernehmen (Hol- und Bringdienste)
Wochenbett stärken
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nährende Mahlzeiten zubereiten (Wochenbettküche!)
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dich an Ruhe erinnern und sie möglich machen
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dich beim Ankommen im neuen Alltag begleiten
Babyalltag begleiten
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erstes Babybad begleiten
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Trage-Basics anleiten
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Raum halten, wenn du unsicher bist
Emotional stützen
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zuhören, sortieren helfen, Ängste auffangen
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Impulse geben, ohne zu überrollen
- dich entlasten, damit du überhaupt wieder atmen kannst

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten für die Mütterpflege teilweise oder komplett von der Krankenkasse übernommen: häufig im Rahmen der Haushaltshilfe nach SGB V. Entscheidend ist: Es braucht eine medizinische Indikation und eine ärztliche Verordnung. Außerdem darf meist keine im Haushalt lebende Person die Aufgaben übernehmen können (z. B. relevant bei Partner:innen in Elternzeit).
Welche gesetzlichen Grundlagen werden genutzt?
§ 24h SGB V – Haushaltshilfe bei Schwangerschaft/Entbindung
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häufig zuzahlungsfrei
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mit ärztlicher Verordnung
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wenn du den Haushalt nicht führen kannst und niemand im Haushalt übernehmen kann
§ 38 SGB V – Haushaltshilfe im Krankheitsfall
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ebenfalls ärztliche Verordnung erforderlich
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i. d. R. mit Zuzahlung (typisch: 10 %, mind. 5 € / max. 10 € pro Tag) – Details können je nach Kasse/Regelung variieren
Wichtig: Der genaue Ablauf, Umfang und die Bewilligungsdauer unterscheiden sich je nach Krankenkasse und Einzelfall. Mehr Infos zur Kostenübernahme und der Antragsstellung findest du unter folgendem Link.
Wie stelle ich einen Antrag auf Mütterpflege bei der Krankenkasse

Antrag stellen: Schritt-für-Schritt
1) Bedarf klären
Überlege: Was fällt dir gerade schwer – körperlich, emotional, organisatorisch? Welcher Stundenumfang wäre hilfreich (bei der Einschätzung hilft auch die Mütterpflegerin) und welche Kosten wärst du bereit, privat zu tragen.
2) Ärztliche Verordnung holen
Hausärzt:in, Gyn, Hebamme oder Wochenbettstation (je nach Situation) stellt die Verordnung aus inklusive Diagnose/Indikation.
3) Mütterpflegerin finden
Am besten frühzeitig Kontakt aufnehmen (Kapazitäten sind begrenzt). Viele unterstützen auch beim Papierkram.
4) Antrag bei der Krankenkasse einreichen
Mit Verordnung + ggf. Zusatzformularen sowie einem Kostenvoranschlag der Mütterpflegerin bei deiner Kasse. Bearbeitung dauert je nach Kasse.
5) Bewilligung abwarten & Start planen
Wenn bewilligt, kann die Mütterpflegerin häufig direkt mit der Kasse abrechnen (wenn entsprechend zugelassen/vereinbart).
Mütterpflege als Geschenk: nachhaltig & wirklich sinnvoll
Ein Gutschein für Mütterpflege ist keine „nette Idee“, sondern echte Entlastung:
Zeit zum Duschen. Essen, das warm ist. Jemand, der hält – ohne Bewertung. Gerade wenn Freund:innen oder Familie nicht vor Ort sind, ist das ein Geschenk mit Langzeitwirkung.
Wenn du im Raum Heidelberg bist: Unsere Gründerin Jenny begleitet Familien als Mütterpflegerin (u. a. mit Fokus auf Mehrlinge) – vor der Geburt, im Wochenbett und auch in sensiblen Situationen wie stillen Geburten. Auf Mütterpflege Heidelberg könnt ihr mehr erfahren und mit Jenny Kontakt aufnehmen.
Das Netzwerk der Mütterpflegerinnnen in Deutschland wird immer größer. Im Berufsverband MDEV könnt ihr euch mehr ins Thema einlesen und nach Mütterpflegerinnen in eurer Nähe suchen. Hier kommt ihr zum Berufsverband der Mütterpflegerinnen.



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