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Artikel: Stillprobleme: Von Milcheinschuss über Milchstau bis wunden Brustwarzen

Stillprobleme: Von Milcheinschuss über Milchstau bis wunden Brustwarzen

Stillprobleme: Von Milcheinschuss über Milchstau bis wunden Brustwarzen

Stillen ist bei den meisten Frauen mit etlichen Hochs und Tiefs verbunden. Du stellst dich vielleicht darauf ein, dass alles schon irgendwie wird und Stillen ja das intuitivste und natürlichste der Welt ist. Das ist es auch, wenn sich alles eingespielt hat. Und trotzdem kann es, gerade am Anfang (aber eben auch immer zwischendurch) zu Stillproblemen kommen. Diese können körperlich und mental extrem belastend sein. Sie können körperlich schmerzhaft sein und mental enorm belasten.

Die gute Nachricht: Die meisten Stillprobleme lassen sich gut lösen, besonders wenn du früh Unterstützung holst. In diesem Artikel findest du die häufigsten Themen kurz erklärt, plus konkrete Erste Hilfe Schritte und klare Hinweise, wann du ärztlich abklären solltest.

Bei Fragen, Unsicherheiten oder Stillproblemen

Deine Hebamme ist meist die erste Anlaufstelle. Wenn du merkst, dass du feststeckst oder starke Schmerzen hast, lohnt sich zusätzlich eine Stillberatung, zum Beispiel durch eine IBCLC Laktationsberaterin (z.B. über La Leiche Liga ). Warte nicht zu lange. Frühe Korrekturen sind oft der schnellste Weg zu Erleichterung.

Eine häufige Sorge ist: Bekommt mein Baby genug Milch? Häufig helfen diese Orientierungspunkte: regelmäßig nasse Windeln, ein insgesamt wach wirkendes Baby, eine gute Hautfarbe und eine passende Gewichtsentwicklung. Wenn du unsicher bist, lass es kurz fachlich einordnen, statt allein zu grübeln.

Milcheinschuss und Brustdrüsenschwellung: Was passiert und was hilft?

Zwischen Tag 2 und 5 nach der Geburt verändert sich die Milchbildung. Viele Frauen spüren in dieser Zeit sehr pralle, schwere oder schmerzhafte Brüste - die initiale Brustdrüsenschwellung. Häufig ist das nicht nur “Milch”, sondern auch mehr Durchblutung und Gewebsflüssigkeit im Drüsengewebe. Das kann sich unangenehm anfühlen bis schmerzhaft sein. Die initiale Brustdrüsenschwellung ist meist dann sehr heftig, wenn in den ersten Tagen zu wenig angelegt wurde. Deshalb empfiehlt sich, von Geburt an konsequent häufig anzulegen (alle 2-3 Stunden, auch nachts!), um die Milch gut anzuregen, aber auch um einem heftigen Milcheinschuss entgegenzuwirken.

Was hilft bei starkem Spannungsgefühl?

  • Sehr häufig anlegen, möglichst nach Bedarf.

  • Wenn das Andocken schwerfällt, vor dem Stillen wenige Tropfen ausstreichen, damit der Warzenhof weicher wird.

  • Vor dem Stillen Wärme nutzen, zum Beispiel ein warmes Tuch oder eine warme Dusche.

  • Nach dem Stillen kühlen, wenn es dir guttut. Viele nutzen dafür Kühlkompressen oder traditionelle Wickel.

Kohl und Quark: praktische Anwendung

  • Kohlblatt aus dem Kühlschrank nehmen, leicht anrollen, in den BH legen.

  • Quarkwickel: kalten Quark dünn zwischen zwei Tücher streichen und auflegen.
    Achte darauf, dass die Haut nicht gereizt wird. Sobald es unangenehm wird, entfernen.

Milchstau: früh erkennen und konsequent handeln

Ein Milchstau entsteht häufig, wenn Milch nicht gut abfließen kann. Das passiert zum Beispiel, wenn das Baby länger schläft, Stillabstände größer werden, du viel unterwegs bist oder der Stillstart noch wackelig ist.

Typische Anzeichen

  • Ein lokaler Knoten oder eine harte Stelle in der Brust

  • Druckschmerz, Wärme, Spannungsgefühl

  • Du fühlst dich schlapp oder “wie krank werdend”
    Wenn Fieber und starkes Krankheitsgefühl dazukommen, kann es Richtung Brustentzündung gehen und sollte zeitnah abgeklärt werden.

Soforthilfe bei Milchstau

  • Häufig anlegen und die betroffene Brust gut entleeren.

  • Stillposition wechseln. Oft hilft es, wenn das Kinn des Babys in Richtung der harten Stelle zeigt, weil dort besonders effektiv entleert wird.

  • Vor dem Stillen Wärme, nach dem Stillen Kühlen, wenn es angenehm ist.

  • Sanfte Massage Richtung Brustwarze kann helfen, aber bitte nicht schmerzhaft drücken.

  • Ausruhen und viel trinken.

Wichtig: Wenn du Fieber bekommst, starke Rötung auftritt oder es sich innerhalb kurzer Zeit verschlechtert, sofort Hebamme oder ärztliche Abklärung.

Wunde, rissige oder gereizte Brustwarzen

Stillen sollte nicht dauerhaft weh tun. Eine leichte Empfindlichkeit zu Beginn kann vorkommen, aber starke Schmerzen, Risse oder blutige Stellen sind ein Signal, dass etwas angepasst werden muss. Häufigster Grund ist ein nicht tief genuges Anlegen oder zu viel Druck auf die Brustwarze.

Das Wichtigste zuerst

  • Ursachencheck: Anlegeposition und Saugtechnik überprüfen lassen.

  • Wenn es beim Stillen schmerzt, Unterdruck lösen und neu anlegen.

  • Je früher du das korrigierst, desto schneller kann die Haut heilen.

Pflege, die oft hilft

  • Nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch auftragen und trocknen lassen

  • Viel Luft an die Brustwarze lassen, wenn das angenehm ist.

  • Bei stärkeren Reizungen eine dünne Schicht Brustwarzensalbe nutzen.

  • Hydrogel Kompressen können zwischen den Stillmahlzeiten kühlen und beruhigen.

  • Silberhütchen werden von manchen Frauen als Schutz genutzt, wenn die Brustwarze sehr empfindlich ist. Sie ersetzen aber nicht das Korrigieren der Ursache.

Wenn die Schmerzen brennend sind und nicht zu den sichtbaren Befunden passen oder wenn Antipilzmittel ohne Effekt waren, lohnt es sich, auch an Vasospasmus zu denken. Mehr dazu hier: Vasospasmus beim Stillen erkennen und behandeln.

Stillende Mama, Baby

Anatomische und spezielle Ursachen

Zu kurzes Zungenbändchen beim Baby

Ein verkürztes Zungenband kann dazu führen, dass ein Baby die Brust nicht tief genug fassen kann oder beim Trinken viel kompensiert. Das kann Stillen schmerzhaft machen und die Entleerung erschweren.

Mögliche Hinweise bei der Mutter

  • starke Schmerzen trotz guter Positionierung

  • rissige Brustwarzen

  • Brustwarze nach dem Stillen kantig oder spitz

  • wiederkehrender Milchstau

Mögliche Hinweise beim Baby

  • häufiges Abdocken, Unruhe an der Brust

  • sehr lange Stillzeiten ohne zufrieden wirkenden Abschluss

  • viel Luftschlucken, Bauchunruhe

  • auffälliges Saugmuster, “Schmatzen” oder Milch läuft aus dem Mundwinkel

Wichtig: Die Beurteilung gehört in erfahrene Hände. Eine IBCLC Stillberaterin oder spezialisiertes Fachpersonal kann die Funktion prüfen. Wenn eine Behandlung nötig ist, ist die Nachbetreuung entscheidend.

Raynaud Phänomen der Brustwarze und Vasospasmus

Hierbei kommt es zu einem Gefäßkrampf, oft mit typischem Farbwechsel der Brustwarze, häufig weiß und anschließend bläulich oder rötlich. Viele Frauen beschreiben starke, brennende oder stechende Schmerzen, oft nach dem Stillen oder bei Kälte.

Was meist hilft: Wärme, Kälteschutz, sehr gutes Anlegen und gegebenenfalls medizinische Abklärung, wenn es nicht besser wird. 

Vasospasmus beim Stillen erkennen und behandeln.

Wann du Hilfe holen solltest

Bitte melde dich zeitnah bei Hebamme oder Ärztin oder Arzt, wenn

  • du Fieber bekommst oder dich grippekrank fühlst

  • die Brust stark gerötet, heiß und sehr schmerzhaft ist

  • du starke Schmerzen hast, die nicht besser werden

  • du offene, tiefe Risse hast oder Blutungen an der Brustwarze

  • du dir Sorgen machst, ob dein Baby genug bekommt

  • du dich mental überfordert fühlst und das Stillen nur noch Druck macht

Stillprobleme können sich anfühlen, als würdest du es “nicht richtig machen”. Dabei sind sie für viele Familien ein normaler Teil des Lernprozesses. Du darfst dir Zeit geben und du darfst Hilfe holen, früh und ohne schlechtes Gewissen. Oft reicht eine kleine Korrektur beim Anlegen, ein Positionswechsel oder eine Entlastung der Brust, damit es schnell besser wird. Nicht jede Hebamme ist im Thema Stillen gut aus- oder weitergebildet. Wenn du das Gefühl hast, deine Probleme werden hier nicht erst genommen, schau dich bitte frühzeitig nach einer (IBCLC) Stillberatung in deiner Nähe um (z.B. über La Leiche Liga ).

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