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Artikel: Geburtsverletzungen im Überblick: Welche gibt es und was bedeutet das für dich?

Geburtsverletzungen im Überblick: Welche gibt es und was bedeutet das für dich?

Geburtsverletzungen im Überblick: Welche gibt es und was bedeutet das für dich?

In der Vorbereitung auf die Geburt stellen sich viele Frauen ähnliche Fragen: Was, wenn die Geburt nicht ohne Geburtsverletzungen verläuft? Wird irgendwann wieder alles so aussehen wie vorher? Wird sich mein Intimbereich verändern? Werde ich im Alltag oder in meiner Weiblichkeit beeinträchtigt sein und gefalle ich meinem Partner noch?

Jede Frau wünscht sich eine möglichst komplikationsfreie Geburt, doch kleinere Geburtsverletzungen sind sehr häufig. Rund 8 von 10 Frauen tragen eine Geburtsverletzung davon. Die allermeisten Verletzungen sind harmlos und schnell wieder verheilt. In diesem Artikel geben wir dir einen Überblick, welche Arten von Geburtsverletzungen es gibt und was sie bedeuten. Wenn dich das Thema verunsichert: Hab keine Angst. Es gibt einiges, was du tun kannst, um Verletzungen vorzubeugen, und auch deine Hebamme wird in der Austreibungsphase darauf achten, dich so gut wie möglich zu schützen.

Welche Arten von Geburtsverletzungen gibt es?

Dein Becken und der gesamte äußere und innere Intimbereich sind unter der Geburt großem Druck und Reibung ausgesetzt. Verletzungen können im gesamten Geburtsbereich auftreten, zum Beispiel:

  • am Damm

  • an der Vagina und Vulva

  • an den Schamlippen

  • an der Klitoris

  • an der inneren Beckenmuskulatur

  • am Schließmuskel

  • am Muttermund

Am häufigsten betroffen ist der Damm.

Dammschürfung und Dammriss

Der Damm ist die Verbindung zwischen Vulva und After. Er besteht aus Haut, Muskeln und Bindegewebe. Während der Geburt wird diese Region besonders stark gedehnt, vor allem wenn Kopf und Schultern deines Babys geboren werden. Dabei kann es zu Schürfungen oder Rissen kommen. Dammrisse werden je nach Ausmaß in vier Schweregrade eingeteilt. Grad 1 und 2 sind deutlich häufiger und heilen meist innerhalb weniger Tage. Grad 3 und 4 sind selten und betreffen den Schließmuskel.

Schweregrade im Überblick

Grad 1: Oberflächlicher Hautriss der Vaginal oder Dammhaut. Wird je nach Situation unter lokaler Betäubung genäht oder heilt von allein. Meist komplikationsfreie Wundheilung.

Grad 2: Betrifft Haut und Muskulatur im Dammbereich. Der Schließmuskel ist intakt. Wird in der Regel unter lokaler Betäubung genäht. Wundheilung meist komplikationsfrei.

Grad 3: Der Schließmuskel ist angerissen. Wird genäht, meist unter lokaler Betäubung, selten unter Vollnarkose.

Grad 4: Der Schließmuskel ist durchtrennt und zusätzlich ist die Darmschleimhaut betroffen. Die Versorgung erfolgt operativ, meist unter Vollnarkose.

Gut zu wissen: Schürfungen oder leichte Risse werden häufig auch aus kosmetischen Gründen versorgt, medizinisch sind sie oft weniger dramatisch, als sie sich im ersten Moment anfühlen.

Dammschnitt: Episiotomie

Ein Dammschnitt ist eine gezielte Erweiterung des Geburtskanals durch Hebamme oder Ärzt:in. Er kann den Geburtsvorgang beschleunigen und wird manchmal gesetzt, um ein unkontrolliertes Einreißen zu verhindern oder wenn es schnell gehen muss, weil die Versorgung des Babys gefährdet ist.

Früher wurde der Dammschnitt deutlich häufiger durchgeführt. Die aktuelle S3 Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, keinen routinemäßigen Dammschnitt vorzunehmen. Man hat festgestellt, dass sich Gewebe nach einem natürlichen Riss oft besser erholt als nach einem Schnitt. Wenn dir das wichtig ist, kannst du in deiner Geburtswunschliste festhalten, dass ein Dammschnitt nur im äußersten Notfall erfolgen soll.

Scheidenriss, Labienriss und Klitorisriss

Ein Scheidenriss betrifft die Vaginalschleimhaut. Ein Labienriss betrifft die Schamlippen, ein Klitorisriss die Klitoris. Diese Verletzungen entstehen ebenfalls durch Druck und Reibung, oft beim Durchtritt von Kopf oder Steiß. Sie sind insgesamt selten und treten häufiger in Zusammenhang mit einer komplizierteren Geburt auf, zum Beispiel:

  • sehr großes Baby

  • ungünstige Kopf oder Steißlage

  • starkes Pressen

  • operative Geburt, etwa mit Zange oder Saugglocke

  • tiefer Dammriss oder Dammschnitt

Diese Risse werden meist direkt nach der Geburt genäht und können schmerzhaft sein.

Kaiserschnittnarbe

Auch eine Kaiserschnittnarbe ist eine Geburtsverletzung. Dabei gibt es eine von außen sichtbare Narbe, und zusätzlich wurde die Gebärmutterwand eröffnet und wieder vernäht. In den Tagen nach der Geburt ist der Bereich oft schmerzhaft und empfindlich, weil es sich um einen großen Eingriff handelt. Was im Wochenbett häufig ist:

  • die äußere Wunde wird kontrolliert

  • Fäden werden je nach Verlauf nach 7 bis 10 Tagen gezogen oder lösen sich von selbst auf

  • die Narbe kann zunächst hart oder wulstig wirken

  • kleine Schwellungen oder Lymphansammlungen sind möglich

  • Taubheitsgefühl rund um die Narbe kann länger anhalten, weil Nerven gereizt wurden

Narbenmassage und eine gezielte Narbenbehandlung, zum Beispiel osteopathisch, können helfen, die Narbe wieder elastischer und geschmeidiger zu machen.

Ausblick: so geht es weiter

Wir finden das Thema unglaublich spannend, weil es zeigt, was der weibliche Körper unter der Geburt leistet und wie stark seine Selbstheilungskräfte sind. Im nächsten Beitrag erklärt dir Hebamme Julia ganz praktisch, wie du Geburtsverletzungen vorbeugen kannst und was die Wundheilung nach der Geburt unterstützt.

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