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Artikel: Geburtsverletzungen: Vorbeugung und Wundheilung

Geburtsverletzungen: Vorbeugung und Wundheilung

Geburtsverletzungen: Vorbeugung und Wundheilung

Im letzten Beitrag haben wir erklärt, welche Arten von Geburtsverletzungen es gibt. Du kannst nicht immer beeinflussen, ob du bei der Geburt Verletzungen davonträgst. Trotzdem gibt es einiges, was du tun kannst, um das Risiko zu reduzieren. Ein Teil liegt bei dir, ein Teil bei deiner Hebamme und der Begleitung im Kreißsaal.

Vor der Geburt: so kannst du vorbeugen

Dammmassage

Eine bewährte Methode ist die Dammmassage. Ziel ist, dass das Gewebe weicher und elastischer wird und du ein Gefühl für diesen Bereich entwickelst. Wenn du Berührungsängste hast, bist du nicht allein. Starte langsam, in Ruhe und an einem Ort, an dem du dich sicher fühlst.

So wird es oft am angenehmsten:

  • mach es dir gemütlich, im Liegen lässt sich das Becken meist besser entspannen

  • nutze ein gutes Öl, damit das Gewebe geschmeidig wird

Empfohlene Produkte für die Dammmassage

  • Mandelöl für die Dammmassage

  • Bare Mum Skin & Scar Oil: Pflegeöl für Haut und Narben

Heublumendampf

Wenn Dammmassage für dich nicht passt, kannst du Heublumendampf ausprobieren. Dafür gibst du Heublumen in eine Schüssel, übergießt sie mit heißem Wasser und setzt oder kniest dich mit Abstand darüber. Der Dampf soll das Gewebe weicher machen. Achte darauf, dass es nicht zu heiß ist. Du kannst etwa 2 bis 3 Wochen vor dem errechneten Termin starten.

Heublumen für das Wochenbett und zur Geburtsvorbereitung

Himbeerblättertee und Kräutertee in den letzten Wochen

Himbeerblättertee ist ein Klassiker. Wichtig ist, die Verzehrempfehlung einzuhalten. Wenn du etwas Sanfteres möchtest, eignet sich oft ein Kräutertee für die Wochen vor der Geburt.

Kräutertee für die Wochen vor der Geburt: sanfte Geburtsvorbereitung

Beckenbodentraining und Dehnung

Manche Frauen nutzen einen Geburts oder Beckenbodentrainer, zum Beispiel EPI NO oder Aniball. Die Methode kann gute Effekte haben, ist aber aufwändiger und nicht für jede geeignet.

Beckenbodentraining zur Geburtsvorbereitung: EPI NO und Aniball erklärt

Fitness, Beweglichkeit und Durchblutung

Ein unterschätzter Faktor ist, wie beweglich und ausdauernd du bist. Gute Durchblutung, Beweglichkeit und ein bewusster Umgang mit dem Beckenboden können dich in der Austreibungsphase unterstützen, sowohl beim gezielten Pressen als auch beim Loslassen.

Während der Geburt: Dammschutz und Positionen

Geburtspositionen bewusst wählen

Die Geburtsposition beeinflusst die Belastung auf deinen Damm. In Rückenlage ist der Druck meist am höchsten. In Seitenlage oder im Vierfüßlerstand oft geringer. Bitte deine Hebamme, dich anzuleiten. Sie kann am besten einschätzen, welche Position zu welcher Phase und zu deiner Situation passt.

Der Moment, in dem die meisten Verletzungen entstehen

Viele Verletzungen passieren in der Austrittsphase, wenn das Köpfchen durchtreten muss. In diesem Moment versucht deine Hebamme, den Damm zu schützen und dem Gewebe Zeit zu geben. Was du in deinen Geburtsplan aufnehmen kannst:

  • wenn möglich keinen Dammschnitt

  • Köpfchen kontrolliert durchtreten lassen, statt hastig herauszupressen

  • Anleitung zum Atmen und zum dosierten Mitschieben, sobald das Köpfchen sichtbar ist

Viele Hebammen haben eigene Dammschutz Rituale. Das kann eine Massage, warme feuchte Tücher oder andere Methoden sein. Entscheidend ist oft, dass dein Gewebe Zeit bekommt und der Druck gut verteilt wird.

Nach der Geburt: Wundheilung aktiv unterstützen

Auch ohne sichtbare Verletzung fühlen sich viele Frauen wund und geschwollen. Kleinste Verletzungen können stark schmerzen, meistens klingen die Beschwerden aber nach einigen Tagen deutlich ab.

Die wichtigsten Schritte für eine gute Heilung

  • viel Luft an die Wunde lassen

  • gründlich, aber sanft reinigen

  • Ruhe und Entlastung, besonders wenig sitzen in den ersten Tagen

  • für kurze Zeit kühlen, danach eher auf Wärme und Durchblutung setzen

  • gute Einlagen ohne Plastik nutzen

  • Verstopfung vermeiden, damit beim Toilettengang kein zusätzlicher Druck entsteht

Konkrete Tipps für die ersten Tage

1) Spülen und sauber halten

Spüle den Bereich regelmäßig und präzise, zum Beispiel mit einer Intimdusche. Tupfe danach trocken. Was du ins Wasser geben kannst:

  • klares lauwarmes oder kaltes Wasser, je nachdem, was dir guttut

  • ein paar Tropfen Calendula Essenz

  • ein mildes Sitzbad als Zusatz

2) Ruhe und Positionen

Idealerweise viel liegen. Nach einigen Stunden ist stehen oft angenehmer als langes Sitzen. Schneidersitz in den ersten Tagen vermeiden, damit kein Zug auf die Wunde oder Naht kommt. Achte auch beim Stillen auf eine entlastende Position.

3) Recovery Sprays

Recovery Sprays sind praktisch, weil du nicht an der Wunde reiben musst und trotzdem sanft unterstützen kannst. Verschiedene Recovery Sprays findet du bei uns im Shop.

4) Kühlen, aber dosiert

Eisbinden oder Eiskondome lindern Schmerzen und wirken abschwellend. Zu viel Kälte kann die Wundheilung verlangsamen. Nutze Kälte deshalb eher nur 1 bis 2 Tage nach der Geburt und achte darauf, dass es nicht zu kalt ist, um Kälteverbrennungen zu vermeiden.

Eine Anleitung zur Herstellung von Eisbinden

5) Atmungsaktive Wochenbetteinlagen

Achte auf Einlagen aus Bio Baumwolle und vermeide Plastik, damit Luft an die Wunde kommt. Gute Einlagen sind eine sinnvolle Investition. Die Einlagen von the weeks sind die besten auf dem Markt.

6) Stuhlgang erleichtern

Verstopfung erhöht den Druck im Beckenboden und kann schmerzen. Trinke ausreichend, iss ballaststoffreich und presse nicht stark. Ein Toilettenhocker kann helfen, die Haltung zu verbessern. Manche Frauen empfinden es als angenehm, den Damm beim Pressen mit einem warmen Waschlappen zu stützen.

Störende Nahtfäden

Manchmal schmerzt die Naht mehr als die Verletzung selbst, etwa wenn Fadenenden stören oder zu viel Spannung da ist. Sprich mit Hebamme oder Ärztin. Bei guter Heilung können Fäden manchmal früher entfernt werden.

Wundpflege und Narbenpflege

Halte die Wunde sauber und trocken. Wenn du ein paar Tage nach der Geburt mehr Pflege möchtest, kann Beinwellsalbe dünn aufgetragen und an der Luft getrocknet werden. Viele Hebammen arbeiten zusätzlich mit Softlaser. Das Licht kann die Wundheilung unterstützen, auch bei Kaiserschnittnarbe oder wunden Brustwarzen. Wenn deine Hebamme keinen hat, gibt es Verleihmöglichkeiten.

Wenn die Fäden einer Kaiserschnittnarbe gezogen sind, kannst du mit sanfter Narbenpflege starten, zum Beispiel mit Narbenöl oder Johanniskrautöl und leichter Massage. 

Schmerzen: du musst nicht tapfer sein

Du musst nach der Geburt keine Schmerzen aushalten. Ibuprofen oder Paracetamol gelten als stillverträglich. Besprich Dosierung und Einnahme mit Hebamme, Apotheke oder Ärztin und beachte die Packungsbeilage.

Wenn du dir zusätzlich etwas Gutes tun möchtest, können auch Yoni Steaming, Kamille oder Tannolact eine sanfte Ergänzung sein, um Beschwerden zu lindern und die Wundheilung zu begleiten. Diese Anwendungen sind etwas aufwändiger und funktionieren am besten, wenn du dir dafür ein paar ruhige Minuten nimmst. Vielleicht ist genau das auch die eigentliche Medizin: kurz innehalten, atmen, Wärme zulassen und dich daran erinnern, dass du nicht “funktionieren” musst. Du darfst heilen, langsam und in deinem Tempo.

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