
Love Languages - Die Sprachen der Liebe
Wann fühlst du dich wirklich geliebt? Vielleicht in einem Moment echter Aufmerksamkeit, durch ein ermutigendes Wort, durch eine helfende Hand im Alltag oder durch Nähe und Berührung. Gerade im Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und im Wochenbett sind viele von uns sensibler als sonst. Der Körper verändert sich, das Nervensystem läuft auf Hochtouren, Schlaf und Energie sind knapp. Genau dann entstehen schnell Missverständnisse, weil wir unterschiedlich ausdrücken, was wir brauchen.
Das Konzept der fünf Sprachen der Liebe nach Gary Chapman hilft dabei, diese Unterschiede sichtbar zu machen. Es geht nicht darum, ob eine Sprache “richtig” ist. Es geht darum, zu erkennen, wodurch sich dein Gegenüber geliebt fühlt und wodurch du dich selbst gesehen fühlst. Wenn ihr das wisst, könnt ihr im Alltag mit Baby mit kleinen Gesten Nähe, Respekt und Verbundenheit schaffen, auch wenn gerade nicht viel Zeit bleibt. Diese Zeit ist eine Zeit des Umbruchs und der Weiterentwicklung auf allen Ebenen, sie biegt Risiken für die Paarbeziehung, aber auch ganz viel Potential.
Was sind Love Languages?
Die fünf Sprachen der Liebe beschreiben fünf typische Arten, wie Menschen Liebe geben und empfangen. Viele Menschen haben ein oder zwei dominante Sprachen. Andere fühlen sich durch mehrere Sprachen gleichermaßen geliebt. In stressigen Phasen kann es passieren, dass wir unsere Liebe zwar geben, sie aber beim Gegenüber nicht ankommt, weil wir unterschiedliche “Kanäle” nutzen. Genau hier kann das Modell helfen, weil es Gespräche vereinfacht und konkrete Handlungen möglich macht.
Die meisten Menschen haben ein oder zwei dominante Sprachen der Liebe™. Vielen Beziehungspartner*innen ist oft nicht klar, dass sie nicht die gleiche Sprache der Liebe™ sprechen (Disclaimer: es auch nicht müssen, um eine gute Beziehung zu führen). Wir sollten aber wissen, wie unsere nächste Bezugsperson geliebt werden will.

Die 5 Sprachen der Liebe mit Beispielen für Schwangerschaft und Wochenbett
Die Sprachen der Liebe™ lassen sich sowohl auf romantische, als auch auf platonische und familiäre Beziehungen anwenden. Sie können uns dabei helfen, anderen unsere Liebe zu zeigen und die Beziehung nach einem Konflikt oder wenn man sich haltlos fühlt, wiederherzustellen. Basierend auf seinen Erfahrungen identifizierte Chapman fünf verschiedene Arten, wie Menschen Liebe zeigen und sie am besten empfangen können:
1) Lob und Anerkennung
So zeigt sich das: Komplimente, Wertschätzung, Bestätigung, Aufmunterung, liebevolle Nachrichten.
Beispiele im Wochenbett:
„Du machst das gerade so gut.“
„Danke, dass du die Wäsche übernommen hast.“
„Ich sehe, wie viel du leistest.“
„Ich bin stolz auf dich.“
Typische Hindernisse:
Erschöpfung, das Gefühl im Funktionsmodus zu sein, Kritik statt Anerkennung, das Übersehen der großen Umstellung.
Mini Idee: Jeden Tag ein Satz, der nur Lob ist. Ohne Aber. Ohne Verbesserungsvorschlag.
2) Zweisamkeit
So zeigt sich das: Ungestörte Zeit, echte Gespräche, präsente Aufmerksamkeit.
Beispiele im Wochenbett:
Zusammen kurz auf dem Sofa sitzen, ohne Handy.
Ein Spaziergang mit Kinderwagen, bei dem ihr wirklich redet.
Beim Stillen oder Füttern bewusst “dabei” sein, nicht nur im Raum.
Typische Hindernisse:
Zeitmangel, Handy als Dauerablenkung, mehrere Kinder, die das Gefühl geben, aneinander vorbeizuleben.
Mini Idee: Zehn Minuten am Tag als “wir Zeit”. Das reicht, wenn es wirklich präsent ist.
3) Geschenke
So zeigt sich das: Durchdachte Kleinigkeiten, Überraschungen, Zeichen von Aufmerksamkeit.
Beispiele im Wochenbett:
Lieblingssnack besorgen.
Wärmflasche vorbereiten.
Ein kleines Self Care Set, ohne Anlass.
Eine Karte mit einem Satz, der Mut macht.
Typische Hindernisse:
Der Gedanke, Geschenke müssten teuer sein, Müdigkeit, Fokus nur auf Baby Geschenke.
Mini Idee: Ein Geschenk, das Zeit spart. Zum Beispiel Essen mitbringen oder einen Einkauf erledigen.
4) Hilfsbereitschaft
So zeigt sich das: Hausarbeit übernehmen, aktiv entlasten, Dinge erledigen, bevor man darum bitten muss.
Beispiele im Wochenbett:
Kochen oder Essen organisieren.
Wäsche waschen und wegräumen.
Das Baby übernehmen, damit die andere Person duschen oder schlafen kann.
Termine koordinieren, Apotheke, Einkäufe, Müll, Spülmaschine.
Typische Hindernisse:
Warten, bis um Hilfe gebeten wird, Unklarheit über Zuständigkeiten, ungleiche Belastung, unterschätzter Mental Load.
Mini Idee: Statt „Sag mir, was ich tun soll“ lieber „Ich übernehme heute Küche und Wäsche. Du ruhst dich aus.“
5) Zärtlichkeit
So zeigt sich das: Umarmungen, Händchenhalten, Massagen, sanfte Berührung, Nähe, auch ohne Sex.
Beispiele im Wochenbett:
Ein Kuss im Vorbeigehen.
Eine Fußmassage am Abend.
Kurz die Hand halten, wenn es emotional wird.
Kuscheln, wenn das Baby schläft.
Typische Hindernisse:
Genug von Berührung haben, Heilungsprozess nach der Geburt, Erschöpfung, niedrigere Libido.
Mini Idee: Vorher fragen: „Möchtest du gerade Nähe oder lieber Raum?“ Das nimmt Druck raus.
Mini Übung für Paare: In 5 Minuten eure Love Language finden
Jede Person beantwortet diese zwei Fragen.
-
Welche drei Dinge hat mein Partner in den letzten zwei Wochen getan, die mich wirklich glücklich gemacht haben?
-
Was vermisse ich am meisten, seit das Baby da ist?
Danach ordnet ihr die Antworten einer oder zwei Sprachen zu. Entscheidet euch für eine Mini Handlung pro Tag, die zur Sprache des anderen passt. Klein reicht. Hauptsache regelmäßig.
Warum das im Wochenbett so wertvoll ist
Im Wochenbett sind Kommunikation und Nähe oft schwieriger, nicht weil die Liebe weniger ist, sondern weil die Ressourcen fehlen. Wenn ihr eure Sprachen kennt, könnt ihr schneller wieder Verbindung herstellen, auch nach einem Konflikt. Ihr braucht dafür keine perfekten Gespräche. Ihr braucht kleine, passende Gesten, die beim Gegenüber ankommen.
Eure Beziehung wird sich verändern, sobald ihr Eltern werdet. Das ist normal. Love Languages können ein einfacher Kompass sein, wenn alles neu ist. Sie helfen euch, die Bedürfnisse hinter dem Stress zu sehen und euch nicht als Gegner zu erleben, sondern als Team. Wenn ihr euch gegenseitig in der Sprache des anderen berührt, unterstützt oder anerkennt, entsteht Nähe auch dann, wenn die Tage chaotisch sind. Ihr dürft ausprobieren, ihr dürft euch umentscheiden und ihr dürft euren eigenen Weg finden. Kleine Schritte, die wirklich ankommen, sind oft stärker als große Pläne.



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