
Kräuter Dampfsitzbad nach der Geburt: sanfte Wärme für Vulva und Vagina
Ein Dampfsitzbad klingt für manche erst mal nach Wellness Trend. Und gleichzeitig ist es in vielen Kulturen seit Generationen ein echtes Selbstfürsorge Ritual: Wärme, Ruhe, ein Moment nur für dich. Gerade nach einer Geburt, wenn dein Körper so viel geleistet hat und sich Schicht für Schicht wieder sammelt, kann das unglaublich wohltuend sein.
Es wird empfohlen erst damit zu starten, wenn der Wochenfluss deutlich schwächer geworden ist. Häufig ist das etwa nach 7 bis 10 Tagen, aber das ist individuell. Sprich bitte vorher kurz mit deiner Hebamme oder Ärztin, besonders wenn du Geburtsverletzungen hattest oder die Heilung noch sehr empfindlich ist.
Nicht geeignet ist ein Dampfsitzbad, wenn du Anzeichen einer Infektion hast oder die Wundheilung gerade unsicher wirkt. Dazu gehören zum Beispiel zunehmende Schmerzen, auffälliger Geruch, Fieber, starke Rötung oder nässende Stellen. Ein kleiner Orientierungspunkt, der immer gilt: Deine Vulva ist im Wochenbett empfindlich. Weniger ist mehr, keine aggressiven Produkte, keine Experimente.
Was die Wärme überhaupt tun kann
Wärme kann entspannen, Durchblutung fördern und ein Gefühl von „Weichwerden“ geben. Das ist oft schon der größte Effekt: Dein Körper bekommt das Signal, dass er loslassen darf. Für klassische Sitzbäder, also warmes oder kühles Wasserbad für den Damm Bereich, gibt es zumindest Hinweise, dass sie perineale Schmerzen nach der Geburt lindern können. Ein Dampfsitzbad ist davon zu unterscheiden, weil es heißer ist und eher den äußeren Bereich erreicht. Deshalb setzen wir den Fokus ganz bewusst auf Sicherheit.
Kräutermischung: so kannst du sie zubereiten
Du brauchst
- 1 Liter Wasser
- je 3 Esslöffel getrocknete Kamille, Lavendel, Himbeerblätter, Rosenknospen, Hirtentäschel
- 1 Esslöffel getrocknete Wegerichblätter
Oder als fertige Mischung:
- 2 Esslöffel Mutterstolz Teemischung
- 4 Esslöffel Mama Essentials von Bumwell
Und wieso genau diese Zutaten? Kamille wirkt entzündungshemmend und regeneriert die Haut, Lavendel lindert Angstzustände, wirkt entzündungshemmend und reduziert Dammbeschwerden! Rosenknospen liefern Vitamin C, sind als Stimmungsaufheller bekannt und unterstützen die Verdauung. Himbeerblätter unterstützen die Rückbildung. Hirtentäschel ist gut bei Nachgeburtsblutungen, unterstützt den Kreislauf und wirkt Blutstillend.
Anleitung: so wird das Ritual sicher und angenehm
Bring das Wasser in einem mittelgroßen Topf zum Kochen. Nimm den Topf dann vom Herd, gib die Kräuter hinein und lass sie mit Deckel etwa 10 Minuten ziehen. Danach steht der Topf bereit.
Richte dir deinen Platz so ein, dass du dich wirklich fallen lassen kannst. Eine saugfähige Unterlage, zwei Handtücher, ein paar Kissen. Wenn du magst gedimmtes Licht, leise Musik. Nicht, weil es „extra“ sein muss, sondern weil dein Nervensystem gerade genauso Regeneration braucht wie dein Körper.
Stell den Topf sicher auf den Boden, so dass er nicht kippen kann. Knie dich darüber, wie in einer bequemen Kind Haltung, und deck dich mit einer Decke ab, damit die Wärme bei dir bleibt. Bleib etwa 10 bis 15 Minuten, solange es sich warm und angenehm anfühlt. Wenn du kannst, lass dir das Sitzbad vorbereiten und in der Zeit jemanden kurz aufs Baby schauen. Dann wird aus einer Maßnahme ein echtes Me Time Ritual.
Sicherheit: die drei wichtigsten Regeln
Erstens: nie über zu heißen Dampf. Du solltest Wärme spüren, keine Hitze. Verbrühungen sind eines der Hauptargumente, warum Fachleute vor Vaginal Steaming warnen.
Zweitens: keine ätherischen Öle. Das Gewebe ist empfindlich, ätherische Öle können reizen. Bleib bei getrockneten Kräutern, so wie ihr es auch im Original schreibt.
Drittens: nicht bei Infektionszeichen oder offenen, unsicheren Wunden. Wenn du unsicher bist, gilt immer: Hebamme fragen.
Im besten Fall lässt du dir das Sitzbad von deiner Mütterpflegerin oder einer Person deines Vertrauens zubereiten, die dann während der Dampfzeit auch auf dein Baby schaut, sodass du dieses Ritual als Me-Time ganz für dich nutzen kannst.
Wenn du Wärme möchtest, aber ohne Steaming: die sanfte Alternative
Wenn dir der Dampf zu heikel ist, ist ein klassisches Sitzbad oft die bessere Wahl. Ein warmes oder kühles Sitzbad wird in Studien zur Linderung von Dammschmerzen nach der Geburt untersucht und ist insgesamt leichter in einer sicheren Temperatur zu halten.
Auch hier gilt: mild, sauber, keine Duftprodukte, keine aggressiven Zusätze.



Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.