
Brustdonut (Wiener-Still-Donut) inkl. Anleitung
Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt sind eine sensible Zeit – für dich, für dein Baby und ganz besonders für deine Brust. Viele Mütter erleben in dieser Phase empfindliche, gereizte oder sogar wunde Mamillen. Das ist häufig kein Zeichen von falschem Stillen, sondern ein Zusammenspiel aus hormonellen Umstellungen, mechanischer Belastung und einer Brust, die sich gerade erst auf ihre neue Aufgabe einstellt.
Warum Brustwarzen im Wochenbett so empfindlich sind
Mamillenprobleme treten besonders häufig in den ersten Wochen nach der Geburt auf. Eine leichte Irritation oder Überempfindlichkeit in den ersten Tagen gilt dabei als physiologisch. Studien zeigen, dass die stark erhöhten Prolaktinwerte rund um Geburt und Stillbeginn die Brustdurchblutung und das Gewebe verändern können – die Mamille reagiert dadurch sensibler auf Druck und Reibung.
Gleichzeitig wirken ganz alltägliche Dinge oft stärker als gedacht: eng anliegende BHs, Stilleinlagen oder dauerhaft feuchte Umgebung können die Brustwarze abknicken, zusammendrücken und die Durchblutung mindern - genau das, was ein ohnehin sensibles Gewebe nicht braucht.
Weniger Druck, mehr Durchblutung
Aus diesem Wissen heraus empfehlen viele Stillfachpersonen, in den ersten Tagen nach der Geburt, wenn möglich, auf enge BHs und klassische Stilleinlagen zu verzichten. Die Mamille darf frei liegen, gut durchblutet sein und sich erholen. Denn Durchblutung ist eine der zentralen Voraussetzungen für Heilung. Und genau hier kommt ein erstaunlich simples, aber wirkungsvolles Hilfsmittel ins Spiel.
Der Wiener Brustdonut – eine Idee aus der Praxis
Der sogenannte Brustdonut (auch „Wiener Brustdonut“ genannt) geht auf Kolleginnen aus dem Mostviertelklinikum Amstetten sowie der ehemaligen Krankenanstalt Rudolfstiftung zurück. Entwickelt wurde er als ergänzende Maßnahme bei:
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sehr empfindlichen Mamillen
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wunden oder schmerzenden Brustwarzen
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Vasospasmus (Gefäßkrampf der Mamille)
Die Idee ist so einfach wie klug: Ein ringförmiger Donut wird auf die Brust gelegt, sodass die Mamille frei im Zentrum liegt. Im BH bleibt sie dadurch aufgerichtet, ohne abgeknickt oder eingedrückt zu werden. Der Druck auf die empfindliche Spitze entfällt, die Durchblutung verbessert sich – und genau diese verbesserte Durchblutung unterstützt die natürliche Wundheilung. Erfahrungen aus der Praxis und auch aus meinem Alltag als Mütterpflegerin zeigen, dass viele Frauen den Brustdonut als spürbare Erleichterung empfinden - oft schon nach kürzester Zeit. Brustdonuts sind so leicht herzustellen, einfach in der Anwendung und effektiv, dass sie für mich mittlerweile zur Grundausstattung in jedem Wochenbett gehören.

Wann ein Brustdonut besonders hilfreich sein kann
Der Brustdonut ersetzt keine Stillberatung und keine Ursachenklärung - er ist eine unterstützende Maßnahme. Besonders hilfreich kann er sein:
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zwischen den Stillmahlzeiten
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bei Druckschmerz im BH
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bei kalten, schmerzhaften Mamillen (Vasospasmus)
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in Phasen, in denen die Brust Ruhe und Entlastung braucht
Wichtig: Schmerzen beim Stillen sollten immer ernst genommen und fachlich begleitet werden. Der Donut kann entlasten – die Ursache sollte dennoch angeschaut werden.
Sanfte Entlastung – ganz natürlich
Moderne Stilldonuts greifen dieses bewährte Prinzip auf und verbinden es mit wohltuenden Materialien. Modelle mit wärmespeichernder Füllung, etwa aus Traubenkernen, können zusätzlich entspannend wirken und das Wohlbefinden unterstützen. Abhilfe schaffen eben aber auch schon die ganz simplen, günstigen Brustdonuts, die du ganz einfach selbst herstellen kannst.



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